Wer zahlt für den Wald? - Ein Symposium über Wertschätzung und Inwertsetzung eines Lebensspenders

Im letzten Jahr haben wir auf den Hamburger Gesprächen für Naturschutz diskutiert, wie der politische und gesellschaftliche Dialog über die Zukunft unserer Wälder konstruktiv gestaltet werden kann. 

2022 wurde auf den 19. Hamburger Gesprächen für Naturschutz die vielleicht größte Herausforderung vertiefend diskutiert: eine klima- und naturverträgliche Inwertsetzung von Ökosystemleistungen des Waldes.
 

Die Hamburger Gespräche für Naturschutz 2022 haben als hybride Veranstaltung am 09. November 2022 stattgefunden. Die Aufzeichnung des Symposium sehen Sie hier:  

 

 

Die Folgen des Klimawandels setzen dem Wald auch hierzulande stark zu. Um seine Widerstandskraft zu stärken und seine vielfältigen ökonomischen, ökologischen und sozialen Funktionen langfristig zu erhalten, sind in der Wald- und Forstwirtschaft grundlegende Weichenstellungen erforderlich.      

Was ist für diese Weichenstellung notwendig? Wie können Waldbesitzer auch mit ihrem ungenutzten Wald Geld verdienen - oder wie an einer Vermehrung der Artenvielfalt? Anders gewendet: Wie können ökologisch oder sozial werthaltige Leistungen des Waldes finanziell vergütet werden? Wer soll dafür bezahlen? Und wie gelingt eine Einigung über diese Fragen?        
Das sind einige der Gesprächspunkte, mit denen sich namhafte Referentinnen und Referenten auf dem diesjährigen Symposium auseinandergesetzt haben.

 

 

Ausblick: Zukunftswerkstatt Wald 2022

Im Juni dieses Jahres führte die Umweltstiftung Michael Otto die Zukunftswerkstatt Wald erneut mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Stakeholdergruppen aus dem Bereich Wald und Forst fort. Die Ergebnisse des Workshops wurden auf dem Symposium vorgestellt.

 

 


Konkret nachhaltig! Gespräche zu Umwelt und Natur

Mehr zum Thema Wald auch im Dialogformat Konkret nachhaltig!



Programm

Programm 19. Hamburger Gespräche für Naturschutz 2022

Im Vorfeld der diesjährigen Hamburger Gesprächen für Naturschutz haben wir ein Hintergrundpapier zur Verfügung gestellt, das den aktuellen Stand der Debatte zum Inhalt des Symposiums widerspiegelt.

Referentinnen und Referenten


 

Prof. Dr. Harald Grethe 

Professor für internationalen Agrarhandel und Entwicklung, Humboldt-Universität zu Berlin und Direktor Agora Agrar

 

Prof. Harald Grethe leitet seit April 2016 das Fachgebiet Internationaler Agrarhandel und Entwicklung an der Lebenswissenschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin.  Vorher forschte und lehrte er als Professor für Agrar- und Ernährungspolitik an der Universität Hohenheim. Seine Forschungsinteressen liegen im Bereich der Gleichgewichtsmodellierung von Markt- und Politikentwicklungen sowie der Einbettung des Agrar- und Ernährungssystems in den gesamtgesellschaftlichen und -wirtschaftlichen Kontext.


Neben seiner wissenschaftlichen Expertise verfügt Harald Grethe über langjährige Erfahrung in der Politikberatung auf nationaler und internationaler Ebene. Von 2012 bis 2020 war er Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlicher Verbraucherschutz beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft und seit 2022 leitet er gemeinsam mit Christine Chemnitz den neugegründeten Thinktank Agora Agrar.  



 

 

 

Franziska Dannenberg 
Projektleiterin, Niedersächsische Landesforsten und Landesvertreterin, Junges Netzwerk Forst

Franziska Dannenberg wurde 1991 in Vevey in der Schweiz geboren. Nach dem Abitur in Bayern 2011 studierte sie Forstwissenschaften an der Georg-August Universität Göttingen und begann 2017 das Forstreferendariat beim Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Nach Abschluss des Staatsexamens 2019 trat sie ihre Stelle als Projektleiterin bei den Niedersächsischen Landesforsten an.

Ehrenamtlich ist sie seit 2019 im Jungen Netzwerk Forst (JNF) als Landesvertreterin Nordwest-Deutschland tätig. Das JNF ist die Jungendorganisation des Deutschen Forstvereins und zählt mittlerweile über 1000 Mitglieder aus verschiedensten Bereichen der Forstbranche.



 
  Julia Möbus 

Geschäftsführerin, Deutsche Säge- und Holzindustrie e.V. (DeSH)

Julia Möbus, geboren am 29. Mai 1986, beendete 2011 erfolgreich ihr Studium der Politik- und Rechtswissenschaften in Göttingen. Nach ihrem Hochschulstudium war sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Büro der Bundestagsabgeordneten
Judith Skudelny im Deutschen Bundestag tätig.

Zwischen 2013 und 2015 arbeitete sie als Referentin des Vice President Government Affairs in der Hauptstadtrepräsentanz der Knauf Gips AG.

In 2015 wechselte sie zur Unternehmensberatung BOS GmbH & Co. KG und war dort als Consultant beschäftigt.

Seit 2016 ist Julia Möbus beim Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) beschäftigt,
zunächst als Referentin für Politische Kommunikation und Leiterin Politik und Kommunikation, seitdem Juli 2020 als Geschäftsführerin. Darüber hinaus ist sie
ehrenamtlich als Mitglied im Vorstand des Bundesverbands Bioenergie (BBE), Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE) und als Geschäftsführerin der WOODBOX GmbH engagiert.



 

Prof. Dr. Andreas W. Bitter, 

Präsident, AGDW – Die Waldeigentümer

 

Prof. Dr. Andreas W. Bitter ist seit Mai 2022 Präsident der AGDW - Die Waldeigentümer. Er ist als Professor am Institut für Forstökonomie und Forsteinrichtung an der Technischen Universität Dresden tätig, er ist stellvertretender Vorsitzender von PEFC Deutschland, darüber hinaus war er viele Jahre Vorsitzender des Sächsischen Waldbesitzerverbandes und Präsidiumsmitglied der AGDW. Bitter ist Waldeigentümer in Nordrhein-Westfalen und Sachsen.




Bild: © Zoologische Gesellschaft Frankfurt
 

Nico Eidenmüller 
Referent für Waldschutz, Zoologische Gesellschaft Frankfurt e.V.

 

Nico Eidenmüller, Jahrgang 1987, absolvierte nach dem Fachabitur zunächst eine Berufsausbildung zum Gärtner im Garten- und Landschaftsbau. Seine akademische Ausbildung nahm er 2009 an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (FH) mit dem Studium des International Forest Ecosystem Management (B.Sc.) auf.

Nach Auslandspraktika in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Wald- und Biodiversitätsschutzprojekten in Bangladesch und Nepal führte ihn sein Weg 2014 nach Wien, an die Universität für Bodenkultur, zum Studium der Forstwissenschaften (M.Sc.).


Seit 2018 arbeitet Nico Eidenmüller als Referent für Waldschutz bei der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt im Referat Europa. Im Rahmen seiner dortigen Tätigkeit setzt er sich für mehr Naturwälder und Wildnis in Deutschland ein.



Bild: © BMEL

 

Bernt Farcke 

Leiter der Abteilung 5 „Wald, Nachhaltigkeit, Nachwachsende Rohstoffe", Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)

 

Bernt Farcke leitet die Abteilung 5 Wald, Nachhaltigkeit, Nachwachsende Rohstoffe im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Sein beruflicher Werdegang begann 1993 bei der GAL Hamburg für Bündnis 90/Die Grünen als Kreis-/Landesgeschäftsführer. Von 1999 bis 2001 war Herr Farcke persönlicher Referent der Parteivorsitzenden Bündnis 90/Die Grünen.

Seit 2001 ist Herr Farcke im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft tätig, zunächst als Leiter des Leitungsstabs. 2005 bis 2010 leitete Herr Fracke die Unterabteilung 42 Märkte für tierische Erzeugnisse, Marktstruktur, Planungsgrundlagen und im Anschluss bis 2019 die Unterabteilung 52 Nachhaltigkeit, Nachwachsende Rohstoffe.
2019 bis 2021 war Herr Farcke im Rahmen einer Abordnung im Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt als Leiter der Abteilung Ländlicher Raum, Agrarpolitik tätig. Seit Januar 2022 leitet Herr Farcke die Abteilung 5 des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, Wald, Nachhaltigkeit, Nachwachsende Rohstoffe.



 Bild:© Marlena Waldthausen

 

Christoph Heinrich 

Geschäftsführender Vorstand, WWF Deutschland

 

Christoph Heinrich, Jahrgang 1965, verantwortet als Mitglied der Geschäftsleitung die Naturschutzarbeit des WWF für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Die Schwerpunkte liegen dabei auf dem Schutz von gefährdeten Lebensräumen und Arten in internationalen Schwerpunktregionen der Tropen und gemäßigten Breiten, sowie in Deutschland. Nach den Studien der Rechtswissenschaften und Geographie in Gießen begann Christoph Heinrich seine berufliche Laufbahn beim NABU, für den er auf Bundesebene bis 2004 den Fachbereich Naturschutz und Umweltpolitik leitete. Der Diplom-Geograph ist als Mitglied zahlreicher Naturschutzorganisationen seit seiner Jugend ehrenamtlich im Naturschutz tätig.



 

 

Prof. Dr. Pierre Ibisch 

Professor für Nature Conservation, Director Centre for Econics and Ecosystem Management, Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE)

 

Als Professor für Naturschutz ist Prof. Dr. Dr. h. c. Pierre Ibisch an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde tätig. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Bereich Naturschutz und Entwicklung in Südamerika, wo er etwa ein Jahrzehnt lang gelebt und gearbeitet hat.

 

Er ist ehemaliger Dekan des Fachbereichs Wald und Umwelt und Gründungsleiter des internationalen Masterstudiengangs Global Change Management.


Nach einer Forschungsprofessur für Biodiversitätsschutz und Management natürlicher Ressourcen im globalen Wandel wurde ihm 2015 eine außerordentliche Forschungsprofessur für Ökosystembasierte nachhaltige Entwicklung verliehen. Im Jahr 2019 war er Mitbegründer des Instituts für Biosphärenreservate an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde und übernahm einen der wissenschaftlichen Lehrstühle.


Prof. Dr. Ibisch führt in Lateinamerika, Asien und Europa Forschungs- und Beratungsprojekte zur Anpassung des Naturschutzes an den Klima-/Globalwandel durch.

 

Er hat umfangreiche Publikationserfahrung und ist Herausgeber und Autor eines großen Lehrbuchs über biologische Vielfalt und Naturschutz in Bolivien. Prof. Dr. Ibisch ist stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Deutschen Umweltstiftung. Im Jahr 2020 wurde er zum Kuratoriumsmitglied des NABU ernannt. In Anerkennung seiner Rolle bei der Entwicklung der Zusammenarbeit mit der ukrainischen Nationalen Forstuniversität in Lviv verlieh diese Institution Prof. Dr. Ibisch 2019 die Ehrendoktorwürde.

 



 

  Simon Janke 

Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Thünen-Institut für Holzforschung

 
Simon Janke wurde 1991 in Henstedt-Ulzburg nördlich von Hamburg geboren. 2010 absolvierte er das Abitur in Schleswig-Holstein und widmete sich im Anschluss dem Studium der Forstwissenschaften (Bachelor/Master) an der TU Dresden mit Vertiefung im Bereich Biodiversität und Organismen.

Seit August 2017 ist Simon Janke am Thünen-Institut für Holzforschung in Hamburg Bergedorf als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig, wo er sich schwerpunktmäßig mit der Erstellung von Ökobilanzen für Holzbauprodukte befasst und sich darauf aufbauend für eine transparente Kommunikation der Nutzen und Lasten von verschiedenen Holzverwendungen einsetzt.


Das Thünen-Institut arbeitet im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft.

 

 



 

Moderation:
Johannes Büchs

Journalist und Fernsehmoderator

 

Johannes Büchs ist Moderator für die „Sendung mit der Maus“ und „Kann es Johannes?“ im Ersten und KiKa. 2012 und 2019 wurde er für den Grimme-Preis nominiert, 2013 mit dem DGE-Journalistenpreis ausgezeichnet, und 2014 erhielt er den UmweltMedienpreis sowie für das von ihm mitentwickelte Format „Kann es Johannes?“ den Goldenen Spatz.

 

Neben seiner journalistischen Tätigkeit trainiert Johannes Büchs Führungskräfte zu den Themen Präsentation, Storytelling und Medienarbeit. Er absolvierte die Train-The-Trainer Module der ARD.ZDF-Medienakademie und kann auf einen reichen Erfahrungsschatz von über tausend Trainings mit Executives, Experten*innen, Startups und Redner*innen zurückgreifen.